Wir können nicht leugnen, daß sich in den letzten 111 Jahren in unserem sozialen Umfeld grundlegende und einschneidende Veränderungen ergeben haben, die alle Lebensbereiche erfaßten, so auch unsere Freizeit und wie wir sie gestalten. Das Buch, und damit auch die Bedeutung das Exlibris hat sich unter den Verschiebungen vom Bildungsbürgertum zur digitalen Gesellschaft verändert. Es ist heute weniger ein Bucheignerhinweis im Buche als ein individualisiertes Sammelobjekt enthusiastischer Kleingraphiksammler in deren Exlibris-Sammlungen. Die Erarbeitung dieser individuellen, personalisierten Kleingraphik in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler ist eines der reizvollen Aspekte der Beschäftigung mit dem Exlibris.

hist-04Heute zählt die ÖEG an die 150 Mitglieder. In regelmäßigen Treffen werden Vorträge gehalten, Tauschveranstaltungen organisiert und in engem Kontakt mit Künstlern neue Blätter in Auftrag gegeben. Auf diese Weise beteiligen sich die Mitglieder aktiv am Kunstgeschehen und fördern Künstler. Die ÖEG informiert ihre Mitglieder in regelmäßig erscheinenden MITTEILUNGEN über die Welt des Exlibris und publiziert das periodische JAHRBUCH mit kulturhistorischen Beiträgen zum Bucheignerzeichen, zur Gebrauchsgraphik und der Kleingraphik im allgemeinen.

Das Archiv der ÖEG wird in der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt. Die Mitglieder pflegen auch enge Kontakte zum Ausland, da ja die Exlibris-Idee weltumspannend ist. 37 nationale Gesellschaften sind in der Dachorganisation FISAE (Federation International des Societes d’Amateurs d’Exlibris) zusammengefaßt.
Begonnen hat die Internationalisierung in Österreich, als 1953 die ÖEG den I. FISAE-Kongreß organisierte. Seit diesen Anfängen gab es Kongresse nicht nur in vielen Ländern Europas, sondern auch in Japan, Amerika und Chine und 2004 hatte Österreich zum vierten Mal die Ehre den XXX. Kongreß in Wels zu veranstalten. Die ÖEG bleibt dem Exlibris, der Gebrauchs- und Kleingraphik verpflichtet und setzt die Exlibris-Tradition in Österreich fort.
Als Literaturhinweis wird empfohlen: Stock, Karl F.: Österreichische Exlibris-Bibliographie 1881 - 2003. Verlag K. G. Saur, München 2004. ISBN 3-598-11687-X                                                                    Heinrich R. Scheffer: 100 Jahre Österreichisches Exlibris; Österr. Kunst- und Kulturverlag / Österr. Exlibris-Gesellschaft, Wien, 2004; ISBN 3-85437-261-2