Die erste "Publikation" ist zu Weihnachten 1903 erschienen und seit dieser Zeit fast ohne Unterbrechung als "JAHRBÜCHER" bis heute bekannt und geschätzt. Der erste Weltkrieg hat die Vereinstätigkeit kaum beeinflußt, mehr schon die Zeit der Weltwirtschaftskrise mit ihrer Hyperinflation. Doch durch weitsichtige Führung der Gesellschaft ist auch diese schwierige Zeit gut überwunden worden. Zur besseren Information der steigenden Zahl der Mitglieder im In- und Ausland sind 1937 die "Mitteilungen" eingeführt worden, die 2-3 mal pro Jahr auch heute erscheinen.
Erich Heermann - Radierung, 1910, für den ersten Präsidenten der Österreichischen Exlibris-GesellschaftDie politischen Veränderungen des Jahres 1938 sind auch an der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft nicht spurlos vorübergegangen. Die neuen Machthaber stießen sich vor allem an dem Namen der Gesellschaft und änderten ihn kurzerhand in "Wiener Exlibris-Gesellschaft". Die Jahre des Krieges haben die Gesellschaft, so wie jede andere Art kultureller Arbeit gelähmt. Jedoch gleich nach dem Zusammenbruch taten sich die alten Getreuen zusammen, um die Weiterführung der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft zu erwirken. Dies gelang, und mit Elan, Initiative und Ideen ist die Gesellschaft in eine neue Ära geführt worden.
Die Jahrbücher, die Mitteilungen (Neue Folge) wurden wieder aufgenommen, Vortragsreihen veranstaltet, Sonderveröffentlichungen publiziert, die Gesellschaft öffnete sich auch international und die Mitgliederzahl erreichte 1951 eine Rekordmarke von 400.
Die Sammler-Gemeinde ist ja nur ein Teil der Gesellschaft; die Künstler sind der unverzichtbare andere, ergänzende Teil, der von Anfang an sehr prominente Vertreter aufzuweisen hatte. Es ist kein Zufall, daß in der I. Publikation 1903 der damals junge Alfred Cossmann vorgestellt wurde, der in der Folge eine ganze Generation von Graphikern ausbildete und nach sich zog, die alle zu der legendären "Cossmann Schule" des Kupferstichs gehörten oder Cossmann und Hans Ranzoni d.J. zum Vorbild hatten. Zu deren Schlußpunkt man heute noch den bekannten Markenstecher Werner Pfeiler zählen darf. Auch auf dem Gebiet der Xylographie hat das österreichische Exlibris mit den "Linzern" Max Kislinger, Franz Lehner und Toni Hofer einen Höhepunkt erreicht. Und man kann sagen, daß auch heute viele bekannte, wie z.B. Arnulf Rainer, Hermann Härtel, oder weniger bekannten Künstler sich dem Exlibris widmen.