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Abb. 1: J. Hoffmann, Exlibris Alma Schindler, um 1901, Klischee (60 x 42 mm) Abb. 2: J. Hoffmann, Buchschmuck (140 x 36 mm), reproduziert in Ver Sacrum 1900 Abb. 3 : J.Hoffmann Buchschmuck (80 x 30 mm), reproduziert in Ver Sacrum 19



Gerade die Seiten des Ver Sacrum, bemerken Daniele Baroni und Antonio d‘Auria in ihrer Untersuchung Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte, stellten etwa für Olbrich und Hoffmann eine Art Werkstatt dar, in der sie ihr jeweiliges Formenrepertoire verfeinern und genau umreißen18 konnten.

Aufgrund dieses Werkstattcharakters vieler graphischer Arbeiten aus der Zeit um 1900 fällt es, wie Hans Bisanz zu bedenken gibt, häufig schwer, angewandte und zweckfreie Graphik voneinander abzugrenzen, da es sich um eine Stilepoche handelt, deren Protagonisten für das Gesamtkunstwerk als eine den (gleichberechtigten) Kunstgattungen übergeordnete Wunschvorstellung eintraten und dies zum Teil persönlich durch Betätigung auf verschiedensten künstlerischen Gebieten demonstrierten. Das hatte immer neue Grenzüberschreitungen zur Folge und führte in Zeitschriften wie „Ver Sacrum“ oder „Die Fläche“ zum wiederholten Auftreten experimenteller, utopischer „Plakat- oder Exlibrisentwürfe“, die nicht als ausführbare Vorlagen, sondern lediglich als ästhetische Diskussionsgrundlagen gemeint waren.19


18. Danile Baroni, Antonio d’Aurio: Josef Hoffmann (s. o. Anm. 12), 201.19. Hans Bisanz: Gebrauchsgraphik. In: Wien um 1900, Kunst und Kultur, mit Textbeiträgen von Maria Auböck u. a., Wien, München 1985, 201.