Ein Zeitgenosse von Teschner war Anton Kling (Wien 1881 - 1963 Karlsruhe) der 1898 bis 1903 seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule bei Ludwig Minnigerode, aber vor allem bei Josef Hoffmann und Alfred Roller erfuhr. Kling gehörte der ersten Schülergeneration der modernen Lehrer der Anstalt an, die nach Abschluss ihres Studiums in der Wiener Kunstszene aktiv wurden. Aus dieser Schülergeneration gingen aber auch zahlreiche Künstler hervor, die als Lehrer nicht nur in die österreichischen Kronländer gingen, sondern auch ins benachbarte Deutschland, wo sie das spezifisch Wienerische vertraten und erfolgreich an ihre Schüler weitergaben. Dazu zählte Carl Otto Czeschka, der erste Wiener an der Kunstgewerbeschule in Hamburg. Er hat Richard Luksch dorthin mitgezogen, aber auch Franz Carl Delavilla, der neben Magdeburg 1909 auch in Hamburg eine Stelle als Kunstgewerbe-Lehrer angenommen hat. Josef Maria Olbrich wurde nach Darmstadt berufen und dort Mitbegründer der Künstlerkolonie, der sich 1911 auch der gebürtige Wiener Emanuel Josef Margold anschloss. Kling zog es 1908 - ebenfalls durch Czeschka vermittelt - nach Hamburg, 1923 nach Pforzheim, wo er dem Schmuckdesign Impulse gab, und 1927 nach Karlsruhe.

Anton Kling erhielt in seinem Abschlusszeugnis Anerkennung durch Josef Hoffmann mit dem Wortlaut "sein Talent und seine Findigkeit zeigten sich im Entwurf verschiedener architektonischer Aufgaben als hervorragend, ebenso sein Geschmack und seine Auffassung". Für die Wiener Werkstätte hat er als "dekorativer Mitarbeiter" bei der Ausgestaltung der „Fledermaus" mitgewirkt. 1908 war er maßgeblich an der Organisation der Wiener Kunstschau beteiligt und mit einigen Werken, darunter auch Exlibris, vertreten. Von seinen Exlibris sind 13 Blätter bekannt, wobei das frühe Blatt für die Malerin Magda Mautner von Markhof die ornamentale Komponente in Ausgewogenheit mit der Landschaftsdarstellung bringt. Einer der wenigen Künstler, die für die Wiener Werkstätte gearbeitet, jedoch nicht die Wiener Kunstgewerbeschule besucht haben, war Dagobert Peche (St. Michael im Lungau 1887-1929 Mödling bei Wien).

Er kam zum Kunstgewerbe über die Technische Universität in Wien, dann als Architekturstudent an die Akademie, die er 1911 verließ, um freischaffender Entwurfkünstler zu werden. 1915 berief ihn Josef Hoffmann in den Künstlerstab der Wiener Werkstätte, wo er sich mit seinem mehr von der verspielten Ornamentik durchsetzten Stil behaupten und entscheidende Impulse setzen konnte. Er gab wichtige Anregungen bei der Glas- und Keramikherstellung, beim Tapeten- und Stoffdruck, bei Schmuck-, Email-, Schildpatt- und Elfenbeinarbeiten und auch bei der Metall- und Goldschmiedekunst, so dass sein Stil bald die gesamte Produktion beherrschte. Durch den Export der Erzeugnisse der Wiener Werkstätte stieg auch Peches Bekanntheitsgrad im Ausland. Nicht zuletzt war Peche der Vertreter der Wiener Werkstätte in der Niederlassung in Zürich von 1916 bis 1918.