scheff2Teschners Übersiedlung nach Wien im Jahre 1909 ist mit dem Beginn seiner Tätigkeit für die Wiener Werkstätte eng verknüpft. Sie umfaßt Beiträge zur Postkartenserie, Plastiken, Metalltreibarbeiten und 1909 die Illustration des Kinderbuches "Tobias Immerschneller" von Antoinette Kahler. Teschner, der durch die Heirat mit Emma Bacher seiner finanziellen Probleme enthoben war, schloss sich der oben erwähnten Klimt-Gruppe an, doch stand er dieser reserviert gegenüber, da er sich mit dem Geist scheinbarer revolutionärer Freiheit nicht identifizierte. Für ihn war das Ganze mit zu vielen dogmatischen Doktrinen durchsetzt. Er blieb seinem Stil treu, der mehr figurativ ist, mit verspielter Ornamentik und voll grotesken und phantastischen Inhalts.

Wie viele seiner Künstlerkollegen kann Richard Teschner auch als Allround-Künstler bezeichnet werden, dem keine Technik und kein Ausdrucksmittel fremd war. Vom Maler-Graveur und Kostümschneider reicht seine Meisterschaft bis zum Lautenbauer, Bildhauer und Gobelinweber. Als Graphiker hat er in allen Techniken gearbeitet und neben freier Graphik, Buchillustrationen, Plakaten auch eine Vielzahl von Exlibris geschaffen. In seinem Nachlaß sind 79 Bucheignerzeichen aufgezählt, die zumindest durch sechs ergänzt werden müssen, die in der Nachlaßliste nicht enthalten sind. Das Blatt für Professor Arnold Eppstein (1904) ist eine Arbeit noch aus seiner Prager Zeit. Zwei schlanke, feine Assistenzfiguren flankieren ein Kranzmedaillon, in dem eine Mutter mit Kind dargestellt ist. Die Signatur RT im Kreise hat Teschner bis 1918 verwendet, dann nur noch ein Monogramm in Kreuzform mit Jahreszahl, die aber oft nicht gut leserlich ist. Gertrud Flöge, die Nichte der Frau Emma Teschner, war die Haupterbin des Nachlasses von Richard Teschner, dieser kam 1954 in die Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek und wird seitdem dort aufbewahrt und in einem Gedenkraum ausgestellt.