Ihr Exlibris für Editha Mautner von Markhof, Baronin Sustenau, von 1907, ist ein gutes Beispiel für den Stil, in dem das Quadrat, das Grundelement Hoffmanns, eine wichtige Struktur darstellt. Eigentlich ist es ein modernes Wappen-Exlibris, zeigt es doch das Wappen der Industriellenfamilie Mautner von Markhof mit Turm, das Kleeblatt - auch heute noch auf ihren Produkten als Markenzeichen sichtbar - und den Wahlspruch "Fleiß und Wille", als auch das Wappenbild - den Bogenschützen - der Freiherren Sustenau von Schützenthal. Welch ein Unterschied zu den überladenen Exlibris eines Ernst Krahl, die zur selben Zeit entstanden sind!

Professor an der Kunstgewerbeschule und seit 1909 auch deren Direktor und ebenfalls Gründungsmitglied der Wiener Sezession war Alfred Roller (Brünn 1864-1935 Wien). Roller war eng mit dem Theater verbunden und hat anfangs Kostüme und Inszenierungen für das Kabarett "Fledermaus" entworfen, dann mit Max Reinhardt in Berlin zusammengearbeitet und unzählige Bühnenbilder angefertigt. Er war später Leiter des Ausstattungswesens der Wiener Staatstheater. Sein Exlibris für Fritz Oberndorfer von 1899 ist ein gutes Beispiel der Stilrichtung der frühen Sezessionisten. Es ist von Geist durchdrungen, vom Bildaufbau eine vollkommen ausgewogene Komposition, wobei "nicht die berufliche Tätigkeit, sondern die geistige Individualität des Besitzers sich im Exlibris vor allem manifestieren möge" (Alfred Roller).

Student an der Kunstgewerbeschule war ebenfalls Berthold Löffler (Nieder-Rosenthal bei Reichenberg, Böhmen 1874-1960 Wien). Er übernahm 1907 nach Carl Otto Czeschkas Abgang nach Berlin die Fachklasse für Malerei und die Werkstätte für Druckverfahren an der Kunstgewerbeschule und war bis 1935 dort Professor. Neben keramischen Arbeiten, die er zusammen mit Michael Powolny und der "Wiener Keramik" ausführte, widmete er sich vor allem weitgefächerten graphischen Aufgaben, angefangen von Buchillustrationen über den Entwurf von Postkarten und Plakaten bis hin zu Drucksorten-Entwürfen.

Löffler hat nur einige Exlibris geschaffen, darunter aber die beiden wichtigen und berühmten Blätter für Sigmund Freud und Arthur Schnitzler. Das Exlibris für seine Frau Melitta (geborene Feldkircher) ist ein besonders schönes Beispiel des einfachen, jedoch prägnanten Stils der Künstler um die Wiener Werkstätte. Seine Frau - oft Löfflers Modell - war selbst Künstlerin, wobei sie vor allem Stickereien, auch in Zusammenarbeit mit der Wiener Werkstätte, entworfen und angefertigt hat.