Larisch war einer der wichtigsten Proponenten bei der Erneuerung der Schriftkunst. Durch die Entwicklung neuer Schriftbilder hat er neue Maßstäbe für die alltägliche Notwendigkeit der Schrift gesetzt. Die Lesbarkeit war eine Maxime; theoretische Untersuchungen, wie die Stellung der Buchstaben und Buchstabenenden zueinander und die Bedeutung der Buchstabenflächen untereinander, haben seine Theorien untermauert. Seine Lehre beinhaltet nicht nur das Entwerfen der Schrift, sondern vor allem die Förderung des Verständnisses für die neuen Buchstaben. Sein Verdienst war es, diese Sicht zu erweitern und durch Toleranz zur Akzeptanz im täglichen Gebrauch zu führen. Zwei Generationen von Schriftkünstlern bis hinein in die späten 20er Jahre haben seine Klassen besucht. Nicht zuletzt hat er in seiner Assistentin und späteren Frau, Hertha Ramsauer, eine Gefährtin gefunden, die neben seinen anderen wichtigen Schülern, wie Rudolf Geyer und Otto Hurm seine Botschaft - die Methode Larisch - auch in ihren Exlibris weitergetragen haben. Man könnte noch viele Künstler aufzählen, die einerseits für die Wiener Werkstätte Beiträge geleistet und andererseits auch Exlibris geschaffen haben. Alle hier zu nennen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Eines muss jedoch festgehalten werden: der Stil, dem sich die Künstler um die Wiener Werkstätte verpflichtet fühlten, hat auch heute noch nichts von seiner Kraft und Geschmacksbildung verloren, ja mehr noch, diese Epoche beeinflusst auch gegenwärtig unser Stilempfinden nachhaltig und ist ein wichtiger Teil unserer Kulturidentifikation.

Literatur:Heinz Adamek: Berthold Löffler, Graphics and Designs, Katalog: Austrian Institute, New York 1982Astrid Gmeiner, Gottfried Pirhofer: Der Österreichische Werkbund. Alternative zur klassischen Moderne in Architektur, Raum- und Produktgestaltung, Residenz Verlag Salzburg, Wien 1985Eventhia und Wolfgang Greissenegger, Oskar Pausch: Alfred Roller und seine Zeit, Katalog Österr. Theater Museum, Böhlau Verlag, Wien 1991Josef Mayerhöfer: Richard Teschner, Puppenspieler - Sezessionistischer Künstler, Österr. Nationalbibliothek, Wien 1970Wilhelm Mrazek: Leopold Forstner. Ein Maler und Material-Künstler des Wiener Jugendstils. Belvedere Verlag A. Hadwiger, Wien 1981Waltraud Neuwirth: Anton Kling und sein Freundeskreis. Ein Wiener Künstler der Klimt-Gruppe in Wien, Hamburg, Pforzheim und Karlsruhe. Österr. Museum für angew. Kunst, Wien 1979Michael Pabst: Wiener Graphik um 1900, Verlag Silke Schreiber, München 1984Werner J. Schweiger: Wiener Werkstätte, Kunst und Handwerk 1903-1932. Edition Christian Brandstätter, Wien 1982Werner J. Schweiger: Aufbau und Erfüllung. Gebrauchsgraphik der Wiener Moderne. Edition Christian Brandstätter, Wien-München 1988Jahrbücher der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft, 1907; 1909; 1910; 1912; 1918; 1929; 1949/51
Bildnachweis:
Sammlung Scheffer, Wien