Ein Künstler, der ganz im Schatten Dagobert Peches stand, war Friedrich Skurawy (Paris 1894-1966 Wien). Er besuchte die Grafikklasse an der "Ecole des beaux Arts“ in Paris und war ein junger, talentierte Xylograph, als er 1920 nach Wien kam. Er wurde Mitarbeiter der Wiener Werkstätte und Dagobert Peche zur Seite gestellt, um die Fülle der Ideen seines Vorgesetzten teilweise zu verwirklichen.

Skurawy hat sich mit Peches Stil so sehr auseinandergesetzt und identifiziert, dass er imstande war, nach einer nur ganz flüchtig hingeworfenen Skizze Peches einen ganz in seinem Geist und Stil empfundenen Holzschnitt auszuführen. Im selben Duktus fertigte er Spiegelrahmen, Kämme, Broschen, Tapeten Entwürfe und auch einige Exlibris an, die in der Literatur oft fälschlicherweise Dagobert Peche zugeschrieben werden. Das Blatt für Hugo Bernatzik ist in Medaillen-Form gehalten, wobei die Anordnung der Schrift mit dem Kreisrund verbunden, damals eine neue Idee dargestellt hat.

Noch ein Künstler soll im Zusammenhang mit der Wiener Werkstätte erwähnt werden: Es ist der Schriftkünstler Rudolf von Larisch (Verona, Italien 1856-1934 Wien). Dieser stand der Wiener Werkstätte von Anfang an in Sachen Schrift beratend zur Seite und das Schriftbild, das die Wiener Werkstätte in ihren Drucksorten, Einladungen, Bekanntmachungen usw. verwendet hat, geht auf seinen Einfluss zurück. Das oft verwendete und bekannte Firmenemblem der Wiener Werkstätte von 1903 und das Exlibris Larischs für Emma Radio von Radiis Pantolska zeigen das gleiche Erscheinungsbild, wobei das ineinandergeschobene Doppel-W selbst von Kolo Moser stammen dürfte.

Larisch übte seit 1902 seine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule, an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und an der Akademie aus und widmete sich sowohl der praktischen als auch der theoretischen Seite der Schrift. Zahlreiche grundlegende Abhandlungen darüber sind erschienen, so über die Schrift in der Kunst, Beispiele künstlerischer Schrift oder über die Leserlichkeit von ornamentalen Schriften.