Zu Beginn waren die Entwürfe von den Künstlerpersönlichkeiten Hoffmanns und Mosers dominiert und der Einfluss aus England unübersehbar. Der Schwarzweiß-Kontrast, die vereinzelt eingesetzte, quadratische Ornamentik von Macintosh waren prägend. Das Quadrat als Schmucksymbol wurde zu einem Markenzeichen für Josef Hoffmanns Gitterdekor ("Quadratl-Hoffmann") und die geometrischen Formen wie Kugel, Kubus, Quader oder Zylinder bildeten zumindest in den ersten Jahren der Produktion die Grundzüge der Ausführungselemente der Erzeugnisse der Wiener Werkstätte. Das Monogramm der Wiener Werkstätte und registrierte Schutzmarke - die Rosenmarke - wie auch die Signets der einzelnen Mitarbeiter weisen ebenfalls diese quadratischen Grundelemente auf.

scheff3Auch das japanische Kunst- und Formempfinden hatte einen starken Einfluss auf die Wiener Künstler um die Jahrhundertwende. Den Anspruch von klarer Flächenkunst, Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit sahen sie nicht nur bei den Engländern, sondern auch bei den Japanern verwirklicht. In ihrem 1905 herausgegebenen Arbeitsprogramm war die "Zweckmäßigkeit" der Produkte eine vorrangige Zielsetzung, denn: "Wir gehen vom Zweck aus, die Gebrauchsfähigkeit ist unsere erste Bedingung".

Die Erzeugnisse der Wiener Werkstätte wurden durch Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und erlangten in kurzer Zeit großen Bekanntheitsgrad. Sie wurden 1904 im HohenzollernKunstgewerbehaus in Berlin, 1905 in der Galerie Miethke, den von der abgespalteten Klimt-Gruppe verwendeten Ausstellungsräumlichkeiten in Wien, ausgestellt, 1906 in London und 1908 bei der Kunstschau in Wien gezeigt. Die Wiener Werkstätte erhielt Internationalität durch die Gründung von Verkaufsniederlassungen im Ausland, so 1917 in Zürich, 1922 in New York und 1929 in Berlin.

Ihre Produkte haben bei der interessierten Bevölkerung speziell wegen ihrer Einfachheit und Modernität großen Anklang gefunden, wurden jedoch nicht wirklich verstanden und nur von einem Teil des Großbürgertums gekauft. Das "Gesamtkunstwerk", welches den Künstlern der Wiener Werkstätte als Traum vorgeschwebt war, konnten sie 1905-1911 verwirklichen. Dies allerdings nicht in Wien, sondern im entfernten Brüssel, nachdem Baron Adolphe Stoclet der Wiener Werkstätte den Auftrag erteilt hatte, für ihn ein Palais zu errichten.