RETHILiliSo wie die oben erwähnten Grafikerinnen – Druck erzeugende Frauen im doppeltem Sinn – gleichsam Kritiker und Zeugen ihrer Zeit waren, so gab es auch Künstlerinnen, die durch ihr malerisches Werk Chronistinnen ihrer Zeit waren, wie zum Beispiel Jeanne Mammen. Sie hat durch hunderte Einzelblätter quasi eine malerische Chronik der 20iger Jahre, ihrer Umwelt verfasst, die durch ein Arbeitsverbot unter den Nazis abrupt beendet wurde.

      Da das Leben zu schön und kurz ist um zu resignieren, möchte ich den Frauen eine kleine Geschichte auf den Weg mitgeben, um sie wieder einzuschwören auf Einigkeit und Siegesgewissheit. Sie handelt von der Erschaffung der Frau:

      Gott und Luzifer hatten je ein Geschöpf geschaffen, Gott ein gutes und schönes, Luzifer ein böses und hässliches.

      Gott nahm einen großen Mixbecher, gab die beiden Geschöpfe, Seines und das Luzifers, hinein und schüttelte das Ganze. Und als er den Becher wieder öffnete, war nur mehr ein Wesen darin. Es war gut und böse, schön und hässlich zugleich, seine Eigenschaften und sein Aussehen wechselten wie in einem Kaleidoskop je nach Stellung, Lage und Art des Beschauers.

„Das, mein Lieber, ist die Frau und die Krone der Schöpfung“, sagte Gott. „Ich finde sie gut. Sie wird dem Manne einiges aufzulösen geben, wie es der Schöpfung entspricht.“ Er hauchte ihr Seinen lebendigen Odem ein.

Und so entstand die Frau.