Wo offen und ungeniert eine Verfestigung des Geldflusses von unten nach oben betrieben wird, wo Millionenabfindungen für Bosse der Konzerne selbstverständlich sind, aber Mahnungen zum Sparen und Lohnverzicht bei den ArbeitnehmerInnen ungeniert eingefordert werden. Dieser Hort der Geldmacht und ihre Konzerne stellen aber nur 1 % der Arbeitsplätze weltweit zur Verfügung. Die Leidtragenden dieser Diskrepanz sind wie immer die armen Schichten, Frauen und Kinder und natürlich die Künstler sowie die Kunst im Allgemeinen. In dieser Verflechtung von Macht, Käthe Kollwitz: Exlibris für den Sohn Hans, RadierungGeld und Willkür ist auch das Leben der Künstler bedroht. Wieso griff die Weltgemeinschaft nicht ein, als ein Dichter, der sich dem freien Wort verschrieben hatte, dem Regime in seiner Heimat daher unangenehm wurde, einfach hingerichtet wurde? Weil Wirtschaftsinteressen, sprich Öl, vorrangig waren? Wo bleibt das Engagement der Mächtigen für Menschen in unbefriedeten Gebieten, wo es nichts zu holen gibt, sprich Öl? Wieso wehrt sich Europa nicht mehr gegen den neuen Futurismus in gewissen Ländern? Marinettis Manifest aus dem Jahre 1909 könnte fast unverändert für das derzeitige politische Treiben in gewissen Staaten der Welt angewendet werden: Unter Punkt 9 heißt es: “Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen für die man stirbt und die Verachtung des Weibes“. Nun, das kommt uns sehr bekannt vor, denn wo ist die Frau am meisten unterdrückt – doch in den totalitären Regimen, und da wieder besonders in den fanatisch-religiös geprägten Ländern. Dort wird Tod, Verwüstung, Kulturvernichtung unter dem Decknamen „Heiliger Krieg“ ungeniert praktiziert und die Welt schaut hilflos zu. Jahrtausende alte Kulturzeugnisse fallen dem Fanatismus zum Opfer, die Geschichte wiederholt sich immer wieder!

      Woher kommt noch immer der, wenn auch zugegebener Maßen nicht mehr ganz so große Druck aus der Gesellschaft auf uns Frauen, nicht allzu sehr aus dem konservativen Rollenbild zu fallen. Wird dieser Druck nun angesichts der politischen Veränderungen wieder größer, vielleicht zum Überdruck? Ist der erforderliche Gegendruck groß genug, dann kann dieses instabile Gleichgewicht eine Wirklichkeit vortäuschen wie sie real nicht besteht. Ventilmechanismen treten auf und so kam es auch leider dazu, dass sich übereifrige Frauenrechtskämpferin-nen selbst ins Abseits stellten.